Digitale Rationalisierung des Gehirns

Wie der moderne Mensch seine Potenziale freiwillig verspielt ...

Business Neuroscience,

Artikel 2 / 2016

Immer wieder wird in nicht-wissenschaftlichen Artikeln darüber gesprochen, dass Routine Gift für das Gehirn des Menschen sei. Mit derartigen Aussagen wird die Genialität der Natur jedoch völlig verkannt und daher sofort die notwendige Korrektur: Routine ist kein Gift für das Gehirn. Ganz im Gegenteil!

Routinen sind das höchste Maß an Effizienz, das die Natur entwickelt und in den Gehirnen der Menschen vervollkommnet hat!

 

Alle Situationen und Handlungen, denen man immer wieder durch die gegebenen Umstände begegnet und die regelmäßig ausgeübt werden müssen, sind in ihrer Verarbeitung im Gehirn bereits nach einigen Wiederholungen optimiert. Man hat zu Beginn ausführlich darüber nachgedacht, Aktionen wurden ausgeführt und eventuell auftretende Fehler bei den nächstfolgenden Wiederholungen immer weiter korrigiert. Am Ende der x-ten Wiederholung hat sich eine optimale Handlung für genau diese Situation etabliert, die vom Standpunkt der Verarbeitung des Gehirns aus betrachtet nicht weiter verbessert werden kann (einfache Situationen und Handlungen werden schneller gelernt als komplexe; erstere erreichen entsprechend früher den Routine-Status). Routinen erlauben ein schnelles, fehlerfreies und dadurch höchst effizientes Handeln.

Sowie Routinen ausgebildet sind, werden sie in das Unterbewusstsein „abgelegt“. Dadurch werden Kapazitäten des Gehirns frei, die für andere, wichtigere Aufgaben verwendet werden können. Insbesondere betrifft dies den präfrontalen Cortex, der an der Verarbeitung und Vorbereitung komplexer Tätigkeiten maßgeblich beteiligt ist, aber auch den Hippocampus, der u.a. die Vermittlung von Gedächtnisinhalten steuert, das limbische System, welches motivierend beteiligt wird, und weitere Gehirngebiete.

Doch was passiert, wenn die freiwerdenden Ressourcen dann nicht genutzt werden? Wenn ein Großteil des Lebens einzig aus optimierten Routinen besteht und die freien Kapazitäten brachliegen?

Es gibt ein Gift, das dem Gehirn zusetzt. Heute, in der sogenannten „modernen“ Welt, mehr denn je. Und es verbreitet sich, ohne dass man es bemerkt - ja, vielerorts werden die Überbringer und Förderer der Zerstörung des Gehirns sogar mit größter Begeisterung begrüßt!

 

Das Gift für das Gehirn des Menschen ist die Bequemlichkeit!

Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer vom Universitätsklinikum Ulm hat den Begriff der „Digitalen Demenz“ geprägt, der den Abbau der kognitiven Potenziale in der digitalisierten Welt beschreibt. Allerdings wird generell mit der Vorstellung von Demenz eher eine Krankheit verbunden, der man im Alter mehr oder weniger hilflos ausgeliefert ist. Das trifft bei der Digitalen Demenz jedoch nicht zu. Sie ist hausgemacht und der „neue“, moderne Mensch ist für die fortwährende Reduzierung seines Gehirnpotenzials selbst verantwortlich. Jeden Tag aufs Neue und mit fortwährend wachsender Begeisterung.

Der Begriff der „Digitalen Rationalisierung“ des Gehirns wäre daher besser geeignet, die aktuellen Abbauvorgänge der intellektuellen Ressourcen durch die Fortschritte der Industrie-Gesellschaft zu beschreiben.

Noch vor dreißig Jahren ging man davon aus, dass das Gehirn des Menschen evolutionär gesehen immer weiter wachsen würde und „bald“ (also in einigen tausend Jahren) schon keinen Platz mehr in dem relativ begrenzten Raum des Schädels finden würde. Grundlage für diese Annahme war das stetige Anwachsen des Wissens in einer hochentwickelten Gesellschaft und die damit verbundene, notwendigerweise steigende „Speicherkapazität“ des Gehirns, die sich entsprechend dem Umfang der Erkenntnisse anpassen müsste.

Heute ist dieses Szenario obsolet und kann durch einen anderen, eher erschreckenden Ausblick ersetzt werden. Denn der moderne Mensch nutzt nicht zunehmend mehr, sondern immer weniger der möglichen Kapazitäten seines Gehirns, wodurch immer früher die dem Alter zugeschriebenen Abbauprozesse beginnen.

 

Das Gehirn des modernen Menschen schrumpft!

Und nicht erst im Alter! Es bleibt oft schon im Kindesalter deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück!

Der technische Fortschritt ermöglicht es bereits heute Kindern, ihr Gehirn sehr viel weniger zu benutzen, als es noch eine Generation zuvor der Fall war. Und auch die fortschrittlichsten sogenannten „frühkindlichen Förderungen“ können in einer solchen Welt an dieser Entwicklung nichts ändern!

Auch Erwachsene reduzieren zunehmend die Ansprüche an ihr Gehirn. Viele Geräte und technische Neuerungen erleichtern das Leben derart, sodass kaum noch größere geistige Anstrengungen verlangt werden. Ein Beispiel: Wie viele Telefonnummern kennen Sie heute noch auswendig?

 

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